Etappe 8: Stuttgart nach Neckarsulm
Wenn man wie ich das Kartengedächtnis eines Goldfisches und den Orientierungssinn einer Eule bei Tag hat, ist das Navigieren ohne Navi schon eine Herausforderung. Ich bin fast ein bisschen Stolz darauf heute nur dreimal kilometerweit in die falsche Richtung geradelt zu sein.
Start heute morgen war wieder früh, denn ich wollte nicht mehr viel länger auf dem Campingplatz bzw. in Stuttgart bleiben. Der Platz war zwar günstig zum Automuseum gelegen aber auch ganztägig extrem laut. An Schlafen ohne Ohrstöpsel war nicht zu denken. Außerdem glich der Zeltplatz mehr einer Ameisenkolonie. Und ich kam auch mit der Luft nicht gut klar. Selbst die vielen Gewitter haben es nur kurzzeitig besser gemacht. So war ich froh, diesen Ort zu verlassen und meinen Weg am Neckar fortsetzen zu können. Überraschend schnell ließ ich die Großstadt hinter mir und durfte einem malerischen Sonnenaufgang in den Weinbergen beiwohnen. Den Rest der Etappe hüllte sich die Sonne dann aber eher in dichte Wolken, bis sie sich erst kurz vor meiner Ankunft wieder zeigte. Bis nach Neckarsulm fuhr ich noch, hier fand ich einen Campingplatz außerhalb der Stadt, auf dem es hoffentlich etwas ruhiger zugeht.
Da es nach meiner Ankommensroutine noch früher Nachmittag war entschied ich mich, dem nahegelegenen Salzbergwerk einen Besuch abzustatten. Hier ging es 180m in die Tiefe des Erdreichs. In den Stollen wird seit vielen Jahren Salz abgebaut. Einige der ehemalig aktiven Stollen sind jetzt begehbar. Riesige Kammern zeugten von reicher Ausbeute: Die Salzschichten sind hier bis zu 35m stark. Auf dem Weg durch die Stollen lernte der Besucher über die technischen Fortschritte beim Abbau, sowie der Geschichte, inklusive der dunklen NS Vergangenheit. Zum Schluss rundete noch eine Lasershow den Rundgang ab. Alles in allem sehr empfehlenswert. Beim Abendessen auf dem Campingplatz traf ich dann noch auf Bekannte. Zwei e-Bike-Radler vom Stuttgarter Campingplatz hat es auch hierher verschlagen. Gar nicht so ganz überraschend, denn so viele Campingmöglichkeiten gibt's hier auch nicht. Trotzdem ganz nett, wir haben schon vor 2 Tagen geredet und auch heute Geschichten ausgetauscht.

Lasershow unter Tage