Etappe 14 London nach Canterbury
Ich glaube, ich lass mir ein T-Shirt mit der Aufschrift "National Cycle Route 1 Survivor" drucken. Wäre zumindest passend. Meine Hoffnung, dass morgens vor Sonnenaufgang weniger Verkehr in London wäre haben sich nicht so ganz erfüllt. Auch vor Sonnenaufgang ballern LKW und PKW hier schon an einem vorbei. Aber gut, das Thema hatten wir ja schon und ich möchte hier als Gast im Land auch nicht zu sehr über die Randinfrastruktur herziehen. Wir haben in Deutschland ja auch unsere Herausforderungen damit. Oder, Duisburg?
Irgendwann ließ ich London und die Vororte und auch Rochester hinter mir und es wurde etwas ruhiger. Mit dem Linksverkehr kam ich mittlerweile eigentlich ganz gut klar, ich hoffe ich kann morgen einen Schalter im Hirn umlegen und wieder rechts fahren, ohne als Geisterfahrer herumzuirren. Morgen möchte ich in Dover wieder auf die Fähre Richtung Frankreich und dafür heute so dicht wie möglich an Dover heran. Jedoch holte die Sonne nochmal ordentlich aus und brannte ab der Mittagszeit heiß vom Himmel. Gut durchgegrillt entschied ich mich in Canterbury einen weiteren Stop auf dem mir bereits bekannten Campingplatz einzulegen. Nehm ich morgen wohl besser eine Fähre später.
eleuler am 28. August 24
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Tag 13 London
Molly hatte heute eine Tag Pause und konnte sich auf dem Campingplatz erholen. Ich wollte mir hier nicht mehr Straßenverkehr wie nötig antun. Für mich ging es daher morgens mit der Tube, genauer gesagt der Elisabeth Line ins Zentrum. Und was soll ich sagen? Ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen dem bisherigen England und dem Britischen Kapitol. Die Subway: Pünktlich, schnell, sauber, modern. Die Straßen in der Hauptstadt: Halbwegs sauber, in gutem Zustand, gepflegt. Die ikonischen roten Doppeldeckerbusse prägen das Stadtbild und es gibt sogar Fahrradfahrende! Und auch der Rest der Stadt präsentierte sich als eine Mischung aus Moderne und Vergangenheit. Überall zeugen Monumente, Statuen, Obelisken und prächtige Bauwerke von den glorreichen Tagen des Britischen Empires. Gleichzeitig prägen die Bauwerke der Moderne, the Shard, the London Eye oder the Walkie-Talkie die Skyline der Stadt. Die Dichte der Sehenswürdigkeiten ist schlicht enorm. Und man bekommt den Eindruck: England ist London. Was in Südengland an Investitionen fehlt wird hier getätigt. (Und vermutlich auch doppelt und dreifach wieder eingenommen, denn alles kostet hier ein halbes Vermögen).
Nach einem kurzen sacken lassen der Eindrücke machte ich mich zunächst zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden. Es ging über den Trafalgar Square zu Big Ben und Westminster Abbey. Früh Morgens war die Stadt noch entspannt leer. Das änderte sich jedoch schnell und so fand ich mich bald in Gesellschaft von tausenden Touris. Und ausnahmsweise verhielt ich mich auch mal entsprechend, buchte ein Hop on, Hop off Ticket und erkundetet die Stadt fortan auf dem Sonnendeck der Cabrio Doppeldeckerbusse.
An der Tower Bridge wechselte ich auf die Fähre und setzte die Erkundungstour auf der Themse fort. Wieder in Westminster angekommen wartete ich auf den nächsten Bus und sammelte weitere Eindrücke. Aber wie gesagt, die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist dermaßen hoch, dass ich irgendwann schlicht mental satt war. Nach einem Happen zu Essen setzte ich mich wieder in die pünktlich wie ein Uhrwerk fahrende Tube zurück nach Abbey Woods. Zurück am Campingplatz heißt es jetzt die morgige Etappe vorzubereiten, ich hoffe, ich komme morgens besser durch die Vororte Londons und Rochester als letztes Mal...

Zweites Tourenziel erreicht :)

Geschichte...

... trifft Moderne
eleuler am 27. August 24
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Etappe 12 Canterbury nach London
Liebe Briten. Ich hätte da einen Verbesserungsvorschlag zu Eurem National Cycle Network. Ansicht eine gute Idee, alle Fahrradwege, so wenige es auch sein mögen, auszuweisen und in einer Karte zusammenzufassen. Ich bin heute in Teilen die Route 1 gefahren. Man könnte doch meinen, dass die Nummer 1 ein Aushängeschild sein müsste. Der ganze Stolz sozusagen. Warum führt diese Route dann in Teilen an einer achtspurigen Autobahn vorbei?? Und mit in Teilen vorbei meine ich meilenweit direkt daneben. Ohne Abstand, ohne Schallschutzmauer, ohne Absperrung. Wenn man sich hier nicht vorsieht steht man mitten auf der Autobahn. Gab's da wirklich keine bessere Alternative?
Dabei hatte es heute noch ganz harmonisch angefangen. Früh Morgens war in Canterbury noch nicht viel los und ich konnte mich ganz aufs links fahren konzentrieren. Das klappte auch schon viel besser als gestern. Es ging dann weiter über Faversham, Sittingbourne und Rochester. Das Wetter hielt einigermaßen, nach einem kurzen Schauer am Morgen wurde es noch ganz schön. Ein paar Steigungen waren noch zu bewältigen, aber nichts dramatisches mehr. Doch dann gelangte ich in den Großraum London, der Verkehr wurde dichter, die Radwege dagegen spärlich. Und wenn es sie mal gab, hätte man sie umständlicher kaum planen können. Am einer Kreuzung hab ich ungelogen 9 individuell geschaltete Ampeln gebraucht, um die Straße zu queren. Fast jede Spur eine eigene Bettelampel. Unglaublich. Und oft musste man direkt auf die Straße. Und die sind oft so zugeparkt, dass nur noch eine Spur als Mittelstreifen zur Verfügung steht. Denkt man. Denn bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird dann versucht, sich irgendwie vorbeizuquetschen.
Fahrradfahrende sucht man hier auch fast vergeblich. Ein paar EssensausfahrerInnen gab es, ansonsten fährt hier fast niemand Rad. Nun gut. Mein Lieblingsfahrradland wird UK wohl nicht mehr. Aber immerhin bin ich schließlich noch in einem Stück an meinem Campingplatz in Abbey Woods angekommen. Diesen Platz hab ich tatsächlich vorher schon reserviert, denn Alternativen gibt es hier kaum. Zur Belohnung gab es dafür dann heute selbst gemachte Burger, denn trotz Feiertag hatte noch ein Laden in der Nähe offen.
eleuler am 26. August 24
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Etappe 11 Dunkerque nach Canterbury
Ahh, überall Geisterfahrer!!1! Dieser Linksverkehr macht mich fertig. Ich hatte gehofft, mich da schneller dran gewöhnen zu können. Aber so einfach ist es nicht, 40 Jahre Rechtsverkehrsozialisierung aus dem Hirn zu bekommen. Schon gar nicht aus dem unterbewußten.
Wie sich unschwer erahnen lässt, hab ich es auf die Insel geschafft. In aller Herrgottsfrühe machte ich mich zum Hafen Dunkerque auf, der noch ein gutes Stück hinter der Stadt liegt. Er vor kurzem hab ich gemerkt, dass ich gar nicht ganz bis Calais radeln muss, um nach Dover überzusetzen. Die Fahrt war zwar ca. eine Stunde länger, aber zeitlich gelohnt hat es sich trotzdem.
Im Hafen angekommen dürfte ich mich nach mehrfacher Passkontrolle dann in die Zweiradlinie stellen. Viel Gesellschaft hatte ich dabei nicht, nur ein paar mit MTBs gesellte sich noch dazu. Auf der Fähre lernte ich noch ein nettes deutsch-englisches Paar kennen, mit dem ich mich die Überfahrt unterhalten konnte. So verging die Überfahrt wie im Fluge und schon bald wurden die Steilklippen Südenglands immer größer. Aus dem Dockbereich und aus Dover herauszufinden war gar nicht so einfach, aber schließlich fand ich meine Route und strampelte drauf los.
Über den Zustand der Fahrradwege brauche ich mich hier auch tatsächlich gar nicht aufregen. Denn es gibt schlichtweg keine. In den Städten findet man manchmal welche, die unvermittelt anfangen und auch direkt wieder aufhören, über Land sucht man sie ganz vergeblich. Jeder fährt auf der Straße und ich muss höllisch aufpassen, denn die Straßen sind oft kaum breiter als ein moderner PKW. Und die meisten Strecken haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Schlaglöcher und abgebrochene Abschnitte findet man fast überall. Das Vorankommen ist eher zäh, denn es geht kräftig bergan und bergab, wobei sich der Schwung abwärts kaum nutzen lässt. Aber immerhin ist die Landschaft sehr schön und die Leute alle gut gelaunt. Außerhalb der Stadt grüßt fast jeder freundlich, winkt oder wünscht gar gute Reise.
Und auch am Campingplatz würde ich freundlichst begrüßt. Mangels Alternativen ging es heute nur bis Canterbury. Der Platz hier ist aber super, stadtnah und doch im Grünen, sehr sauber und wie gesagt alle sehr zuvorkommend hier. Auf meine Frage, ob ich bei meiner Rückfahrt hier reservieren müsste (das scheint hier tatsächlich nicht unüblich zu sein) kam gleich der Chef aus dem Hinterzimmer und meinte, Back- und Bikepacker sind hier immer auch ohne Reservierung willkommen. Sehr sympathisch :)
Da ich früh dran war verband ich den Essenseinkauf - hier auch Sonntags problemlos möglich - direkt mit einem Bummel durch die Altstadt. Die präsentiert sich sehr heimelig mit engen Gassen und vielen mittelalterlichen Bauten. In der Stadtmitte thront die Cathedral of Canterbury zusammen mit noch vielen weiteren christlichen Bauten. Der Besuch war definitiv lohnenswert.

Die Kathedrale von Canterbury. Leider derzeit etwas verbaut.
eleuler am 25. August 24
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Etappe 10 Westdorpe nach Dunkerque
Seit zehn Jahren mache ich Touren wie diese fällt mir gerade auf. 2014 ging es zum ersten Mal mit Zelt und Schlafsack los. Damals von Heide nach München und mit einem kleinen Abstecher nach Augsburg. Das heißt mein Zelt ist ebenso alt. Und auch wenn es schon die ersten Alterserscheinungen aufweist, wie sich lösende Nahtversiegelungen scheint es noch dicht zu sein. Zumindest hat es den hier gerade niedergegangenen Platzregen ganz gut überstanden. Mal schauen, wie es heute Abend mit dem Dauerregen klappt. So ganz überraschend kam der Regen nicht, auf der Wetterkarte würde er schon angekündigt. Heftiger Wind inklusive. Entsprechend früh sprang ich aus den Federn, um dem Gröbsten zu entgehen. Um fünf in der Früh war ich auf der Straße. Und es lief ganz gut, zwar regnete es immer mal wieder aber der Wind legte zwischenzeitlich eine Pause ein und erlaubte mir ein besseres Vorankommen als die letzten Tage. Bald erreichte und durchquerte ich Brügge und fuhr auch danach immer nach Westen weiter. Schließlich überschritt ich fast unbemerkt die französische Grenze und fuhr noch bis Dunkerque. Hier empfing man mich sehr freundlich und wies mir einen kleinen Platz hinter einem Sanitärhaus zu. Eine Zeltwiese gibt es hier nicht, nur fest installierte Hütten und Plätze für Wohnmobilen. Dafür wollten sie aber nicht mal Geld von mir haben.
Eilig baute ich mein Zelt auf und ging duschen. Zurück am Zelt konnte ich dann die Dichtigkeitsprüfung durchführen, als sich der Himmel auftat. Da ich jetzt wenig Ambitionen habe noch groß die Gegend zu erkunden, verkoche ich noch ein paar Reserven. Morgen geht es wieder früh los, denn meine Fähre legt früh ab. Ich hoffe es klappt mit der Überfahrt alles.
eleuler am 24. August 24
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Etappe 09 Olen nach Westdorpe
Und jetzt alle die Ukulele raus und mit einstimmen: "Somewhereover the Rainbow..." Die Tour ist auch gleichzeitig eine Art Digital Detox. Schon aus Zeit- und Energiegründen nutze ich das Handy ausschließlich, um Campingplätze und Supermärkte zu finden und zu bloggen. Also wenn gerade die Welt untergeht, bitte ich um eine kurze Nachricht oder einen Kommentar. Kleiner, unschöner Nebeneffekt des Medienentzugs ist jedoch, dass mir Ohrwürmer lange erhalten bleiben. Selbst wenn man den Song nur kurz im Supermarkt gehört hat. Vielleicht liegt's aber auch an der Etappe, denn die bot nicht sonderlich viel Abwechslung. Ich machte zunächst dort weiter, wo ich gestern aufgehört hatte und zwar am Albertkanaal. Bis nach Antwerpen begleitete mich der Wasserweg. Dann ging es in die Stadt und es zeigte sich, dass Belgien den Niederlanden in Fahrradfreundlichkeit in nichts nach steht. Das Queren der Stadt ging schnell und problemlos. Nun ging es weiter meist über Land und kleine Ortschaften. Abermals blies mir der Wind kräftig entgegen und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Schon etwas durchnässt entschied ich mich, an einem Campingplatz in Westdorpe Halt zu machen. Ich hatte zwar erst 90 km geschafft, der nächste Platz wäre aber noch weit weg und auch sehr abseits meiner Route gewesen. Hier steht daher jetzt mein Zelt inmitten von Apfelbäumen auf einem kleinen Bauernhof.

Jemand hungrig?
eleuler am 23. August 24
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Etappe 08 Aachen nach Olen
Ich bin im gelobten Land! Also zuerst im ersten, den Niederlanden und dann im zweiten, Belgien. Und ich könnte mich jetzt mal wieder darüber auslassen, wie furchtbar ich deutsche Verkehrsplanung, vor allem in den Städten finde und wie viel mehr Spaß es hier macht zu radeln. Ich gebe zu, es gibt teils zaghafte Ansätze, wie zum Beispiel in Aachen, wo schon etwas für den Radverkehr getan wurde. Im direkten Vergleich ist das aber immer noch herzlich wenig. Nun ja, ich genieße es hier einfach, so lange ich da bin und hoffe, dass wir irgendwann mal einen Verkehrsminister ohne Vakuum zwischen den Ohren bekommen.
Meine Etappe begann wie üblich früh in Aachen am Campingplatz und führte mich auf direktem Weg nach Maastricht. Dabei galt es noch die letzten (Festland) Höhenmeter der Hintour zu überwinden. Dies geschafft, kreuzte ich Maastricht von Ost nach West ohne Probleme oder Verzögerungen. Danach folgte ich dem Albertkanaal, der über einen -Überraschung - exzellenten Radweg verfügt. Nur der Wind, anfangs noch mäßig, dann wieder sehr streng wollte sich nicht mit mir verbünden. Zwar kam er meist nicht mehr frontal sondern schräg von vorn, es kostete trotzdem viel Kraft, sich gegen ihn zu stemmen und ihm abermals Kilometer um Kilometer abzuringen. Immerhin die Sonne schien ganz ordentlich, ohne mich gleich komplett zu grillen.
In Olen hatte ich schließlich genug für heute und kehrte auf einem Campingplatz ein. Hier lass ich jetzt meine müden Muskeln regenerieren. Denn viel zu tun ist hier sonst nicht, ich scheine der einzige Gast auf der Zeltwiese zu sein...
eleuler am 22. August 24
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Etappe 07 Bonn nach Aachen
Können wir dieses Sozialexperiment E-Scooter mal endlich beenden? Oder zumindest verhindern, dass man die Dinger überall "abstellen" kann? Mittlerweile erkenne ich an den Scootern, wenn ich mich einer Großstadt auch nur im entferntesten nähere. Denn dann liegen diese Gefährte überall herum, im Zweifelsfall direkt auf dem Radweg. Und dabei ist es egal, ob man noch mitten im Wald oder in der Feldmarkt fährt. Offenbar fährt man einfach soweit der Akku reicht und entledigt sich des Leihgeräts dann einfach. Irgendein armer Tropf wird es schon wieder einsammeln...
Die heutige Etappe startete wieder früh, am Rhein ging gerade die Sonne auf, als ich an ihm Richtung und dann durch Bonn fuhr. Das war dann aber schon alles an Idylle dieses Tages. Der Rest des Wegs war nicht sonderlich spannend, er führte meist entlang an Landes- oder Bundesstraßen oder über landwirtschaftliche Wege. Trotz eher flachem Gelände war es sehr kräftezehrend, denn der Wind wehte mir den ganzen Tag streng entgegen. Jeden Kilometer musste ich ihm abringen. Dennoch nahm ich einen kleinen Umweg in Kauf für ein persönliches Anliegen, welches mir schon länger vorschwebte. Ca auf der Mitte der Etappe bog ich ab und fuhr in ein abgesehen von vielen Schildern und Zäunen ganz schönes Waldstück. Am Ende des Weges führte eine Treppe hinauf. Oben angekommen taten sich dann aber die Tore zur Hölle auf und gaben den Blick frei auf das größte Braunkohleabbaugebiet Europas, den Hambacher Braunkohltagebau. Verglichen wird das Gebiet manchmal mit Mordor aus Herr der Ringe und der Vergleich ist gelungen. Aus der Ferne war das dumpfe Grollen der Bagger zu vernehmen mit denen RWE sich hier durch die Landschaft fräst und dabei alles zerstört, was im Weg ist. Quadratkilometerweise bleibt nur totes Land zurück. Beeindruckend war der Anblick, gleichzeitig auch erschreckend.
Mit gemischten Gefühlen ging es zurück auf die Straße und in den zähen Kampf gegen den Wind. Zwischenzeitlich fühlte es sich an, als käme ich gar nicht voran, schließlich erreichte ich dann aber doch mein Ziel Aachen, wo ich gedenke die nächste Nacht auf dem Campingplatz zu verbringen.

Mordor. Etwas schwierig das Ausmaß auf ein Bild zu bannen
eleuler am 21. August 24
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Etappe 06 Bacharach nach Bonn
So langsam geht die Tour an die Substanz. Schon vor Beginn hab ich meine Oberschenkel gemerkt, da ich noch auf Goldmedaillenjagd fürs Deutsche Sportabzeichen gehen musste. Jetzt findet mein Körper immer neue Gründe mich davon zu überzeugen, doch lieber auf der Couch zu entspannen, statt Kilometer auf dem Rad zu reißen. Schon überraschend, was alles so weh tun kann am Körper... Aber solange es noch erträglich bleibt geht's weiter. Frei nach dem Motto: Pain ist temporary, glory lasts forever!
Immerhin die Etappe belohnte heute mit schöner Aussicht. Das obere Mittelrheintal hat seinen Status als Welterbe nicht umsonst. Der Fluss schlängelt sich hier durch die Landschaft, links und rechts gesäumt von Bergen. Der Radweg folgt zusammen mit Bahnlinien dem Flussverlauf weitestgehend und erlaubt schnelles vorankommen. Vorbei ging es an der Loreley bei St. Goa, Boppard und Spray. In Koblenz stattete ich noch kurz dem Deutschen Eck einen Besuch ab ehe ich mich weiter am Rhein flussabwärts bewegte. Kurz vor Bonn fand ich einen Campingplatz, auf dem ich tatsächlich schon einmal war. Ich glaube sogar auf meiner letzten Tour nach Amsterdam. Nach der Ankunft -ich durfte mein Zelt direkt aufbauen - folgte ich meiner üblichen Routine: Duschen, Klamotten waschen, Einkaufen fahren, Essen zubereiten, Abwaschen, Bloggen. Etwas Zeit bleibt mir noch vorm Schlafen, daher geht's gleich nochmal an den Rhein.

Premium Frühstücksplatz mit Fluss- und Bergsicht.
eleuler am 20. August 24
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Etappe 05 Hanau nach Bacharach
Je ranziger der Campingplatz, desto netter die Leute. Zumindest traf das gestern voll zu. Der Platz war schön klein und der Besitzer, selbst offenbar sein bester Kunde sehr zuvorkommend. Das Sanitärgebäude passte mit sagen wir mal rustikalem Charme auch ins allgemeine Gesamtbild. Aber ich will mich nicht beschweren, solange irgendwo Trinkwasser aus der Leitung kommt und es eine Essens- und Getränkerückgabe gibt bin ich schon zufrieden.
Während ich mir den Bauch im angrenzenden Restaurant voll stopfte, hab ich einen Zeltnachbarn gewonnen. Werner, seine Zeichens Exilberliner zog neben mir ein. Er ist mit dem Mountainbike unterwegs. Ohne konkretes Ziel. Im Frühling ist er den Pilgerweg nach Santiago de la Compostela gefahren und war jetzt so angefixt, dass er jetzt einfach nochmal so losgefahren ist. Während wir beide von unseren Touren berichteten, gesellte sich dann noch Johanna zu uns. Sie hat auf ihrem Tourenrad schon über 100.000 km gerissen und war gefühlt schon überall in Europa. Unter anderem erzählte sie vom Nordkapp, wo sie vor ein paar Jahren war. Noch viele Fachsimpeleien und Erzählungen später löste sich die Runde schließlich auf.
Heute war meine Etappe sehr urban geprägt. Schon morgens in Hanau war viel los und das änderte sich auch vorerst nicht. Kurze Zeit später kam schon die eindrucksvolle Skyline von Frankfurt in Sicht. Die Uferpromenade war gut zu befahren und auch sonst kam ich ganz gut voran. Das änderte sich allerdings in Mainz, wo das Radwegenetz einem Labyrinth aus zusammengefrickelten und unterschiedlich befahrbaren Wegen gleicht. Aber auch hier fand ich schließlich einen Weg hinaus und folgte fortan dem Rhein in den der Main ja mündet. Bei einer Pause am Wegesrand bekan ich dann noch unerwarteten Besuch: Eine zutrauliche Bisamratte kletterte auf dem nahen See und erkundete die neuen Besucher im Revier. Da man aber per Schild schon aufgefordert wurde, nicht zu füttern, machte sie sich kurze Zeit später von dannen.
Im weiteren Verlauf der Etappe gelangte ich nach einiger Zeit zum landschaftlich interessantesten Teil des Rheins. Hier fahre ich nun schon zum dritten Mal und es ist immer wieder schön. Weinberge säumen das Flusstal, ebenso wie kleine beschauliche Städte. Bis nach Bacharach bin ich noch gekommen, wo ich abermals mein Lager für eine Nacht aufgeschlagen habe.

"Du hast doch bestimmt Futter!?"
eleuler am 19. August 24
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Etappe 04 Wertheim nach Hanau
Für heute war den ganzen Tag Dauerregen angesagt. Das hatte ich gestern schon gesehen und mir meine Regensachen zurecht gelegt. Toll ist das Fahren damit trotzdem nicht. Irgendwann sind alle Sachen durch. Außerdem lässt sich mein Navi bei Regen nicht mehr bedienen und auch das Schalten der Gangschaltung gestaltet sich schwierig. Schon in der Nacht hab ich den Regen aufs Zelt prasseln gehört, am Morgen legte er aber eine Pause ein. Ich sprang trotzdem in mein Regenzeug packte zusammen und fuhr los. Die Wolken hingen tief und schienen bedrohlich dunkel, Regen gab es aber keinen. Mit mehr Glück als Verstand hab ich die Etappe tatsächlich komplett trocken überstanden.
Der Weg führte mich teils direkt am Main entlang gen Nordwesten. Auch heute musste ich oft von meiner Route abweichen, der Grund dafür waren aber Baustellen und Umleitungen. Letztere gab es auch am Tauberradweg, dort waren sie aber immer vorbildlich ausgeschildert. Hier am Main besteht da noch etwas Verbesserungsbedarf. Ohne Navi wär ich teils ziemlich verloren gewesen. Naja.
Im Laufe der Etappe erreichte ich nach Miltenberg, Wörth, Aschaffenburg und Seligenstadt. Schließlich kam ich in Hanau an und fand einen kleinen Campingplatz vor. Nach einem kurzen Telefonat - es war weit und breit niemand zu sehen - konnte ich bereits mein Zelt direkt am Ufer des Mains aufbauen. Direkt nebenan gibt es einen Biergarten, in dem ich gleich etwas gegen meinen knurrenden Magen tun werde. Denn da heute Sonntag ist wird es mit einkaufen und dann selber kochen schwierig.

Premium Campinglage inklusive Schiffsverkehr vor der Tür.
eleuler am 18. August 24
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Etappe 03 Schillingsfürst nach Wertheim
Für gewöhnlich halte ich mich ja an meinen Tourenplan. Aber was ich mir dabei gedacht habe, über Würzburg fahren zu wollen weiß ich auch nicht mehr so genau. Nach dem heutigen Start meiner Etappe ging es erst einmal kräftig bergab. So war ich schnell in Rothenburg ob der Tauber. Von hier an folgte ich dem Fluss auf dem Tauberradweg. Und der war so idyllisch, dass ich mich gar nicht mehr von ihm lösen wollte. Kurzerhand entschied ich mich daher, Würzburg auszulassen und bis zur Mündung der Tauber im Main zu radeln. Nun kann mein Navi leider nicht selber routen, sondern nur Karten und Strecken anzeigen. Das navigieren gestaltete sich daher etwas mühsamer. Aber es hat sich gelohnt! Der Tauberradweg schlängelt sich mit dem Fluss durch eine malerische Landschaft in der man sicher auch gut wandern kann.
Zwar musste ich dank vieler Baustellen oft Umwege in Kauf nehmen, das hat den gesamten Eindruck aber nur leicht geschmälert.
Auch das Wetter spielte mit reichlich Sonne heute mit und lenkte von den immer noch recht ausgelaugten Beinmuskeln ab. Nach gut 120km erreichte ich die Mündung der Tauber und kurz dahinter meinen Campingplatz. Hier konnte ich gleich einchecken, mein Zelt aufstellen und Futter besorgen. Wünscht mir Glück mit den veganen Cevapcici und Nudelsalat.

Es gab einige Hügel zu bezwingen. Diesen musste ich aber zum Glück nicht hinauf...
eleuler am 17. August 24
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Etappe 02 Donauwörth nach Schillingsfürst
Kanuclubs sind toll. Zumindest die, bei denen ich bisher zu Gast war. Denn sie bieten meist auch Radreisenden einen Platz zum Übernachten und WC und Duschen. Ohne sonstigen Schnickschnack. Und das beste ist, es gibt dort keine Dauercamper oder Glamper, die mich auf den herkömmlichen Plätzen oft argwöhnisch beäugen. Mein gestriger Platz war da keine Ausnahme. Aber so schön es auch war, heute ging es weiter Richtung Norden. Der Tag begann gleich super, denn ich fand einen Bäcker, der schon um 6 Uhr offen war und die Verkäuferin gab mir auf meinen reichhaltigen Einkauf sogar noch ein Croissant oben drauf. Mit vollem Bauch ging es dann weiter auf der Romantikstraße über Harburg, Nördlingen, Dinkelsbühl bis nach Schillingsfürst. Die Landschaft war dabei sehr abwechslungsreich und tatsächlich sehr schön. Nach gut 100km merkte ich dann den gestrigen Tag aber doch sehr in den Knochen und ich steuerte einen Campingplatz an. Hier angekommen haben die aber natürlich Mittagspause bis 15 Uhr! Hätte ich noch Kraft gehabt, ich wäre noch bis Rothenburg ob der Tauber gefahren. Aber ich muss mir nicht schon am zweiten Tag meinen Körper vollends ruinieren. So bleibt nur abwarten und hoffen, dass sie einen Platz für mich und mein Zelt haben und meine Wäsche trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit noch trocken wird.

Alles total romantisch hier
eleuler am 16. August 24
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Etappe 01 Freising nach Donauwörth Reloaded
Auf den Spuren von Sherlock zu wandeln ist das Hauptziel meiner diesjährigen kleinen Spazierfahrt. Dafür soll es in die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs gehen. Ansonsten alles wie gehabt, mein treuer Packesel Molly schleppt wieder Schlafsack, Zelt und gefühlt den Rest meines Hausstands. Die Routenplanung erwies sich allerdings als recht anspruchsvoll. So will ich diesmal nicht einen ganzen Monat Zeit investieren und musste daher von meinem initialen Plan über Paris nach England zu fahren Abstand nehmen. Jetzt soll es ein direkterer Weg sein. Abermals hoffe ich Molly und ich bleiben heil, der Wettergott gnädig und die Schmerzen erträglich.
Angefangen hat es schon mal ganz gut, ich kam früh los und fuhr begleitet von den letzten sich auflösenden Hochnebelfeldern durch den Landkreis Freising. Lang blieb ich hier jedoch nicht. Es folgten die Landkreise Dachau und Augsburg. Bis hierher wollte ich heute kommen, allerdings war ich schon mittags an meinem angepeilten Campingplatz. Das Wetter war aber so schön, dass ich beschloss, noch weiter zu fahren. In Donauwörth hatte ich einen Kanuclub mit Zeltwiese erspäht. Von Augsburg war dieser dann aber doch weiter entfernt, als ich dachte. Zudem legten die Temperaturen nochmal ordentlich zu und so kam ich mit meinen letzten Wasserreserven und kräftig durchgegrillt schließlich in Donauwörth an. Eine kalte Dusche und ein kühles "Sportsfreund Leichtes Weizen" weckte meine Lebensgeister wieder. Jetzt hoffe ich nur, dass sich der Pudding, der sich in meinen Beinen befinden muss bis morgen verschwunden ist.

Molly ist gesattelt und bereit. Ihr Fahrer auch?
eleuler am 15. August 24
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